Anlass ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, der seit 1992 jedes Jahr am 5. Mai begangen wird. Mit einem Stand auf den AOK-Familientagen wollen die Selbsthilfegruppen ein starkes Zeichen für Barrierefreiheit und Inklusion setzen. Die Aktion steht unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“.
Auch wenn das Recht auf Teilhabe als zentraler Grundsatz in der UN-Behindertenrechtskonvention von 2008 formuliert ist, ist dies für viele Menschen mit Behinderungen heute noch immer keine Selbstverständlichkeit: Fehlende Barrierefreiheit, lange Wartezeiten bei Unterstützungsleistungen oder unzureichende Assistenz erschweren den Zugang zu Bildung, Arbeit und gesellschaftlichem Leben.
Mit Sorge blicken die Bamberger Arbeitsgemeinschaft chronisch kranker und behinderter Menschen e.V. und der Beirat für Menschen mit Behinderung auf aktuelle politische Entwicklungen: Geplante gesetzliche Änderungen drohen aus Sicht der Betroffenen Rückschritte bei echter Teilhabe und Selbstbestimmung. Im Behindertengleichstellungsgesetz fehlen weiterhin verbindliche Regelungen für die Privatwirtschaft. Zudem stehen Einschnitte in der Kinder- und Jugendhilfe sowie bei der Eingliederungshilfe im Raum. Auch das geplante Gesetz zur Stabilisierung der GKV-Beitragssätze könnte zusätzliche Belastungen für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen mit sich bringen.
Die ARGE-Selbsthilfegruppen stehen Betroffenen sowie ihren Angehörigen verlässlich zur Seite und lädt alle Interessierten herzlich ein, am 9. Mai auf der Jahnwiese vorbeizukommen und sich für eine inklusive Gesellschaft stark zu machen.
Textquelle: Stadt Bamberg

