Vertrautes bewahren: Gottesdienste für Menschen mit Demenz
Online-Schulung zum Aufbau demenzfreundlicher Gottesdienste
Die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken lädt am Donnerstag, 12. März 2026 von 15.30 bis 17.30 Uhr ein zur kostenlosen Online-Schulung zum Aufbau demenzfreundlicher Gottesdienste. Die Schulung erfolgt in Zusammenarbeit mit der evangelisch-lutherischen und katholischen Kirche in Bayern. Eingeladen sind hauptamtlich und ehrenamtlich Tätige in Kirchengemeinden, Mitarbeitende von Pflegeeinrichtungen und alle Interessierten.
Die Referentinnen Kerstin Hofmann und Ute Hopperdietzel, Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken sowie Dr. Julia Arnold, Pfarrerin, Beauftragte für Altenheimseelsorge sowie Volker Kandziora, Diözesanreferent für Senioren- und Familienpastoral im Erzbistum Bamberg informieren zu folgenden Themen:
- Grundlegendes Wissen zum Krankheitsbild Demenz
- Organisation, Konzeption und Liturgie demenzsensibler Gottesdienste
- Gottesdienste zum Thema Demenz zur Sensibilisierung der Kirchengemeinde
- Austausch und Fallbeispiele zum Umgang mit herausforderndem Verhalten
Ein Praxisbeispiel stellt Dr. Maria Kotulek, Fachreferentin für Demenz des Erzbischöflichen Ordinariats München, vor und berichtet von ökumenischen Vergiss-mein-nicht-Gottesdiensten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.
Ziel der Schulung ist es, die Teilhabe von Menschen mit Demenz zu stärken und den Aufbau demenzsensibler Angebote zu unterstützen. Im Laufe einer Demenzerkrankung nehmen viele Fähigkeiten ab, welche die Fortführung eines geregelten Alltags ermöglichen. Dadurch fällt die Teilnahme an regelmäßigen Ritualen schwerer – beispielsweise der Besuch eines Gottesdienstes, da dieser häufig nicht an die Bedürfnisse der Erkrankten angepasst ist.
Demenzfreundlich gestaltete Gottesdienste können Menschen mit Demenz helfen, vertraute Routinen zu erhalten und ein aktiver Teil der Gesellschaft zu bleiben. Sie können entscheidend dazu beitragen, Erinnerungen zu wecken, die Verbindung zum Glauben zu wahren und den Verlauf der Erkrankung positiv zu beeinflussen.
Um Anmeldung zur Schulung wird gebeten unter www.eveeno.com/demenzgottesdienst, per E-Mail an info@demenz-pflege-oberfranken.de oder telefonisch unter 0951 / 85-512.
Wenn sich die Persönlichkeit verändert: Online-Gesprächsgruppe für Angehörige von Menschen mit Frontotemporaler Demenz
Am Dienstag, 24. März 2026, lädt die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken von 18.45 bis 20.45 Uhr Angehörige und nahestehende Personen von Menschen mit Frontotemporaler Demenz (FTD) zu einer Online-Gesprächsgruppe ein.
FTD gehört zu den neurodegenerativen Erkrankungen und ist heute die zweithäufigste Demenzform bei unter 65-Jährigen. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass bei FTD vor allem Nervenzellen im Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns absterben. Diese Bereiche steuern unter anderem Persönlichkeit, Emotionen, Sozialverhalten und Sprache. Die Folgen sind oft gravierende Wesensveränderungen, Enthemmung, Sprachverlust oder ein scheinbarer Mangel an Empathie – Symptome, die für das Umfeld besonders belastend sein können.
Gerade weil Betroffene häufig noch im Berufs- und Familienleben stehen, stellt FTD Angehörige vor enorme emotionale, soziale und organisatorische Herausforderungen. Die Online-Gesprächsgruppe bietet einen geschützten Raum für Austausch, Verständnis und gegenseitige Unterstützung. Im Mittelpunkt stehen persönliche Erfahrungen, praktische Fragen aus dem Alltag und das Gefühl, mit der Situation nicht allein zu sein.
Moderiert wird die Gruppe von Ute Hopperdietzel und Kerstin Hofmann, die den Austausch fachlich begleiten und strukturieren. Eine Anmeldung ist erforderlich und telefonisch unter 09281 / 57-500 oder per E-Mail an info@demenz-pflege-oberfranken.de möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Mehr als Medikamente – Wirksame Therapieansätze bei Demenz
Kostenfreie Online-Vortragsreihe für professionell und ehrenamtlich Tätige, pflegende Angehörige und interessierte Bürgerinnen und Bürger
Am Mittwoch, 25. März und Montag, 13. April 2026 von 16:00 bis 17:30 lädt die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken ein zum Auftakt der kostenfreien Online-Vortragsreihe zu wirksamen therapeutischen Ansätzen in der Begleitung von Menschen mit Demenz. Zielgruppe sind pflegende Angehörige und alle Interessierten, die im privaten oder beruflichen Bereich Menschen mit Demenz begegnen.
Die Vortragsreihe richtet sich an pflegende Angehörige, ehrenamtlich und professionell Tätige sowie an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die Menschen mit Demenz im privaten oder beruflichen Umfeld begleiten. Im Fokus stehen bewährte Therapieformen, die über medikamentöse Behandlungen hinausgehen, die Lebensqualität fördern und vorhandene Fähigkeiten von Menschen mit Demenz stärken.
Am 25. März 2026 geben die Kunsttherapeutinnen und Wissenschaftlerinnen der DUERER-Studie Dr. Johanna Masuch und Petra Siebenhaar Einblicke in die Kunsttherapie. Swen Staack, 1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz, stellt die Grundlagen und Wirkweisen der Milieutherapie vor. Tabea Thurn, Musiktherapeutin M.A. und Musikpädagogin, erläutert die positiven Effekte der Musiktherapie auf emotionale und kognitive Ressourcen.
Der zweite Termin am 13. April 2026 widmet sich weiteren therapeutischen Fachrichtungen: Martina Fröhlich, Physiotherapeutin und Referentin, präsentiert Ansätze der Physiotherapie. Ann-Kathrin Blank, Ergotherapeutin und Dozentin, informiert über Möglichkeiten und Ziele der Ergotherapie. Den Abschluss bildet Monika Hübner, Logopädin und M.Sc. Demenzstudien, mit einem Vortrag zur Begleitung von Schluckstörungen bei Menschen mit Demenz.
Beide Termine können unabhängig voneinander besucht werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein internetfähiges Endgerät, z.B. Laptop oder Tablet. Die Veranstaltung findet online über Microsoft Teams statt.
Es wird um Anmeldung gebeten unter www.eveeno.com/demenztherapie, per E-Mail an info@demenz-pflege-oberfranken.de oder telefonisch unter 0951 / 85-512 mit Angabe, an welchem Termin die Teilnahme erwünscht ist.
Textquellen: Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken
Titelbild: Quelle Pixabay

