Weniger Mähen gegen das Insektensterben

Bereits im vergangenen Frühjahr hatte das Umweltamt der Stadt Bamberg an die Eigentümer von Garten- und Firmengrundstücken appelliert, nicht genutzte Rasen- und Wiesenflächen weniger zu mähen. Mit dem ins Zentrum der Aufmerksamkeit geratenen Insektensterben soll dieser Appell noch einmal verstärkt werden, meldet sich Anita Schmidt, die Leiterin des Umweltamtes zu Wort. Es seien mittlerweile genug Analysen und Verlautbarungen vorhanden, jetzt müsse gehandelt werden. Die Beschränkung der Mahd auf zwei bis drei Schnitte pro Jahr erlaube es zahlreichen Wildpflanzenarten zu blühen und zu fruchten.

Die traditionellen Schnittzeitpunkte seien Johanni (Ende Juni) und Michaeli (Ende September). „Das sind auch heute noch gute Schnittzeitpunkte“, sagt Dr. Jürgen Gerdes, Naturschutzbeauftragter der Stadt. Der sandige Untergrund im Talraum der Regnitz sei von Natur aus durch seine Stickstoffarmut sehr geeignet für die Entwicklung artenreicher Wiesen und Rasen. Auf Düngung und Wässerung könne man dabei ganz verzichten und man spare natürlich auch Arbeit und Energie. Wichtig sei es, so Gerdes, dass das Mähgut entfernt werde, um den Boden stickstoffarm und damit attraktiv für viele Pflanzenarten zu halten.

Es gebe noch genügend große Abstands- und Freiflächen, etwa am Berliner Ring, die ähnlich wie die Straßenränder eine enorme Artenvielfalt hervorbrächten, wenn man sie nicht schon vor der Blüte und Fruchtbildung mähen würde. Gute Beispiele für eine naturnahe Pflege seien das Gelände der Telekom in der Gutenbergstraße oder das des Eichamtes. Neben dem Einsatz von Herbiziden führe auch eine zu intensive Pflege von Grünflächen zu einem Mangel an Nahrungspflanzen für Insekten, von denen sich wiederum Vögel und Insekten ernähren.

„Immer wieder melden sich Bürger beim Umweltamt, die den Rückgang von Singvögeln in den Gärten beklagen“, gibt Gerdes zu bedenken. Verwunderlich sei das nicht. Es fehle einfach an natürlichen Futterquellen. Am Nationalparktag/ Tag der Umwelt (9.Juni) wird das Umweltamt an seinem Stand am Maxplatz Proben von regionalem Wildkräutersaatgut kostenlos ausgeben.