Alleinerziehende freuen sich über Offensive der Sozialministerin

Die Offensive der bayerischen Sozialministerin Kerstin Schreyer für Ein-Eltern-Familien kommt bei den Betroffenen gut an.

„Einfach prima“, findet Helene Heine, die bayerische Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter VAMV e.V., die Forderungen der Ministerin. In Bayern gibt es über 200.000 Alleinerziehende, das heißt jede sechste Familie ist eine sogenannte „Ein-Eltern-Familie“. Für diese möchte Schreyer nun bessere Rahmenbedingungen schaffen. Unter anderem schlägt sie einen einheitlichen Abzugsbetrag von der Steuerschuld vor. So würden Familien mit niedrigem Einkommen stärker entlastet. „Das wäre ein erster positiver Schritt zur Entlastung von Alleinerziehenden“, so Helene Heine.

Schreyer fordert außerdem, das Kindergeld beim Unterhaltsvorschuss nicht mehr ganz, sondern nur noch zur Hälfte anzurechnen.  „Die Anrechnung des Kindergeldes auf den Unterhaltsvorschuss kritisieren wir seit Jahren. Ich freue mich, dass dieses Thema jetzt von der Politik endlich aufgegriffen wird“, so Helene Heine. „Das Ziel unseres Verbandes ist letztendlich die Gleichbehandlung aller Kinder durch eine Kindergrundsicherung“.
Weitere Pläne der Offensive beinhalten eine Verbesserung der Kindertagesbetreuung und die Fortbildung von Familienanwälten, um die Rechte der Kinder und Jugendliche in familiengerichtlichen Verfahren mehr in den Mittelpunkt zu rücken.

Die Vorschläge der Ministerin sind teilweise an die Bundesregierung gerichtet, Bayern kann sie nicht alleine umsetzen. Helene Heine betont: „Wir als Interessensverband der Alleinerziehenden hoffen sehr, dass die Initiative auch schnell im Bund umgesetzt wird und wollen mit dafür sorgen, dass die Vorschläge nicht aus den Augen verloren werden.“

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) vertritt bundesweit seit 1967 die Interessen der heute 2,7 Millionen Alleinerziehenden. Der VAMV fordert die Aner­kennung von Einelternfamilien als gleichberechtigte Lebensform und entspre­chende gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Er tritt für eine verantwortungsvolle gemeinsame Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung ein.