Geschichten gute Nachbarschaft 9 – 16

Geschichte Nr. 9 – „Man ist nie allein“ Plädoyer für einen geselligen Ruhestand als Camper
Dieses Thema ist weltweit interessant, weil ziemlich jeder Mensch irgendwie damit zu tun hat. Örtlich einzustufen wäre dieses Gebiet etwa in die Räume: innerhalb des Hauses, Gebäude ringsum, Ortsteile, Dörfer oder Städte, Länder und auch wohl angrenzende Staaten. Hier überall kann man von Nachbarschaft sprechen. Wie gut diese zwischen Einzelmenschen oder Gemeinwesen funktioniert, hängt überall ab von den gleichen Bedingungen: Verständnis, Toleranz, Entgegenkommen, um die vielleicht wichtigsten zu nennen.

Erste Erfahrungen über das Zusammenleben mit Nachbarn gibt es oft schon bei Kleinkindern, die mit ihren Müttern den Gemeinschaftsspielplatz besuchen, wo die Muttis über alle möglichen Tagesthemen plaudern und die lieben Kleinen mit Löffel, Eimer und Förmchen im Sand spielen. Da kommt es manchmal schon zu einem verzweifelten Schrei, wie z.B. „Maamiii dea Pepe trampelt imma meine Kuchn zanmn!“ Gut, wenn dann die Mammis tolerant zu schlichten verstehen.
Einige Jahre später kommt es dann häufig zur Bildung von „Banden“ oder „Cliquen“ mit Nachbarskindern, um ihren Tätigkeitsdrang und die Neugier auf alles Unbekannte zu befriedigen. Herrlich, wenn man bei den Nebenhäusern alle Klingeln auf einmal drückt, sich blitzschnell versteckt und sich an der Wut der Mitbewohner weidet. Auch viel Spaß macht es, vom Kellerfenster aus eine alte Geldbörse mit langem dünnem Faden auf dem Gehweg zu platzieren und … Wer kennt das nicht? Feuerchen machen, prima. Beliebt ist auch das Bauen von Buden oder Verstecken, wo man dann heimlich neues erforschen kann. Sehr interessant z.B.: Rauchen, Alkohol und die sagenhaft spannenden Doktorspiele. Je verbotener, desto reizvoller!!
Mit zunehmendem Alter nimmt die freie Spielzeit wohl ab. Es kommt dann langsam der Ernst des Lebens auf mit Schule, Studium, Berufsausbildung und dem richtigen oder dem Minne-Sport (Jagd nach Glück). Evtl. Heirat und Gründung einer Familie. Das ist dann sehr oft mit Wechsel des Wohnortes verbunden. Abschied von „Bande“ oder „Clique“.
Andere Menschen erscheinen in unserem Leben. Zunächst fremd, aber gleiche Interessen führen dann leicht zusammen, Tiere, Hobbies, Sport usw. usw. Das kann sich wunderbar entwickeln, wenn man z.B. sesshaft geworden ist und den Kontakt zu den neuen Nachbarn sucht. Es gelten, wie schon am Anfang gesagt, die Bedingungen wie überall: Verständnis, Toleranz, Entgegenkommen. Aber auch hier gibt es ja leider häufig Fälle, wo der „Pepe die Kuchn zammtrampelt“! Glückliche Lösung, wenn dann eine gute Diplomatie helfen kann.

Ich habe in meinem fast 90jährigen, bewegten Leben fast alle Seiten kennengelernt, bis ich später, nach meinem Früh-Renten-Beginn, als unsere Kinder ihr eigenes Leben gefunden hatten, zusammen mit meiner Frau 20 Jahre lang eine wunderschöne, herzliche Nachbarschaft voll erleben durfte.
Das wird jetzt viele Menschen nicht begeistern, denn für die sind Camper Zigeuner, welche mit ihren Wohnwagen durch die Lande ziehen und ein rastloses Leben führen. Das ist absolut falsch!!
Bei den Campingfreunden gibt es alle Gesellschaftsgruppen, vom Arbeiter, Beamten, C… D…E…. bis zum Zahnarzt, wohl alles gute Leute, die NICHT im Caravan wohnen, weil sie sich ein Hotel nicht leisten könnten. Camper gehörten zu den ersten, die schon kurz nach dem grausamen Krieg über die Grenzen gereist sind, um mit den ehemaligen Feinden wieder Freundschaft und gute Nachbarbeziehungen aufzubauen. Bei unseren früheren Urlauben in Nordspanien (Jan.-Feb. Aus beruflichen Gründen) haben wir viele durchreisende Senioren aus ganz Mittel- und Nordeuropa getroffen, die auf der Fahrt gen Süden waren, wie die Zugvögel, zum Überwintern.
Das hat uns so begeistert, dass wir uns einig waren: Wenn ich mal Rentner bin ….! Das kam dann aber, erlebt mit einem lachenden und einem weinenden Auge, viel zu früh. Als Berufsflieger geht nach Schlaganfall oder Herzinfarkt nichts mehr. Wir hatten nun eine Menge Zeit, aber die Rente war einfach um 10 Jahre zu klein. Was nun?? —
Durch gründliche Überlegung und Kalkulation kamen mir zu dem guten Entschluss, Dauercamper zu werden. Da wir es uns nicht leisten konnten, viel zu reisen UND eine schöne Wohnung zu unterhalten, die meistens leer steht, machten wir die Not zur Tugend. Ein Jahres-Stellplatz mit 8m-Caravan + riesigem Vorzelt in Bamberg-Bug war dann unser Heim und Stützpunkt. Jetzt konnten wir unseren Traum verwirklichen, die Wintermonate Zugvögel zu sein und im Sommer viele schöne Reisen in ganz Europa zu erleben.
Es ging relativ schnell, in Spanien einen geeigneten Platz zu finden. BENISOL, in jeder Hinsicht ideal. Besitzer waren ein deutsch-französisches Ehepaar, Brigitte und Jean Picard. Sie hatten eine herzliche Art, ihren Gästen ein wunderbares Zuhause zu bieten mit jeder denkbaren Unterstützung. Wegen dieser Voraussetzung und der unmittelbaren Nähe der Touristenhochburg Benidorm fanden sich immer mehr sonnenhungrige Rentner ein, für die dieses Fleckchen Erde zu einer Art Heimatdorf wurde, international bewohnt. Campertypische Kontaktaufnahmen gab es immer sofort. Die Nahestehenden saßen natürlich so oft wie möglich gesellig beisammen. Gründe gab es immer genug, oder einfach nur so. Es war gar nicht möglich, dass irgendjemandem etwas passierte, was ja bei Senioren vorkommen kann, ohne dass sofort die Hilfe der Nachbarn einsetzte, Man war nie allein!!
Die Geselligkeit in größerem Rahmen zu organisieren, war dann die geniale Idee meiner Frau, geborene Camperin, aufgewachsen in einer Großfamilie mit 10 Kindern, kontaktfreudig, immer lustig und nett. Zusammen haben wir es erreicht, einen großen Teil der Mitmenschen zu begeistern, beim Grillen, Schüttelsuppe-Essen usw. mit möglichst vielen Nachbarn fröhlich beisammen zu sein. Anita und Martin waren hier so eine Art Manager. Das Ehepaar Fred und Hilde (Zunamen waren nur selten bekannt) hatte sich zur Aufgabe gemacht, schöne Wanderungen im Küstenbereich, Landesinneren und Gebirge zu planen und auch zu führen. Auf diesen Rundkursen gab es immer einen Start- und Zielpunkt, wo ein großer Parkplatz und ein nettes Lokal zur Stärkung nach dem Marsch vorhanden war. Eine weitere Gruppe waren die Sport-Radler, oft unterwegs auf meist zig Kilometer langen Touren. Wohlgemerkt: auch Senioren!
Dann und wann, aus gegebenem Anlass, hat die „Chefetage“ alle ihre Schäflein zu einem großen „Dorffest“ eingeladen mit Getränken und Paella (Pfannendurchmesser 3 m, Spezialfirma). Zur Unterhaltung haben die lustigen Oldtimer beigetragen mit Tanzmeisterschaften und Musik, sowie Vorführungen auf der Bühne +++ Unser belgischer Chefdolmetscher machte alle Ansagen in perfekter Form.
Viele „Branchenfremde“ fragen immer wieder, wie das alles funktioniert bei den vielen, fremden Sprachen. Das war fast nie ein Problem. Da man täglich mit Ausländern zusammenlebt, schnappt man doch manches auf und behält es. Dadurch entwickelte sich dann bei uns eine Art Sondersprache. Wir nannten sie „benisolisch“. Großteil unserer Bevölkerung waren Holländer, die Urcamper und Sprachgenies, lustiges Volk. Die auch zahlreichen Engländer waren ohnehin stolz darauf, dass ihr Englisch ja auf der ganzen Welt als Zweitsprache verbreitet ist.
Ein großer Vorteil für die ideale Nachbarschaft bei den Zugvögeln ist natürlich, dass alle Beteiligten den gleichen Wunsch haben, ihren Lebensabend so angenehm wie möglich zu verleben und das unter solch idealen, gesunden klimatischen Bedingungen.
Das Streben nach Geselligkeit und guter Nachbarschaft ist sicher nicht nur bei den Altvorderen ein wichtiger Wunsch. In allen Altersstufen und Lebenssituationen sollte man danach bemüht sein. Um das aber zu schaffen, gelten immer wieder und überall die oft genannten und logischen Voraussetzungen: Verständnis, Toleranz, Entgegenkommen, und das weltweit!

Nachruf
Dieser „Himmel auf Erden“ brachte uns abrupt zurück auf die irdische Realität durch den Schlaganfall meiner Frau. Wegen der Untätigkeit und Verweigerung der Entlassung des spanischen Krankenhauses konnte der ADAC sie erst nach 2 Wochen heimfliegen. Die Folge: Schwere, linksseitige Lähmung, allein absolut hilflos. Zum Glück fanden wir sofort eine ideale, behindertengerechte Wohnung, wo ich meine Frau 6 Jahre lang bis zu ihrem Tod Tag und Nacht gepflegt habe. „In guten und in schlechten Zeiten“.
Dieses Schicksal ertrugen wir relativ gefasst, da wir wohl täglich über unsere Traumzeit in Spanien geplaudert oder Bilder und Videos angeschaut haben. Noch heute hält mich die Erinnerung an unser so langes, glückliches Leben mit vielen, lieben Nachbarn aufrecht.

Geschichte Nr. 10 – „Immer da sein“
Immer für seine Nachbarn da sein (z.B. Paket annehmen, freundlich sein, hilfsbereit in jeder Beziehung).

Geschichte Nr. 11 – „Nachbarschaftspflege“
Immer für seine Nachbarn da sein (z.B. Paket annehmen, freundlich sein, hilfsbereit in jeder Beziehung).

Was macht die Hemmerleinstrasse im Bereich Kunigundendamm bis Gönnerstrasse in Sachen Nachbarschaftspflege?

  • im Hinterhof / Innengelände des Quartiers Stück für Stück Zäune zwischen den Häusern 1 – 7 abbauen in Rücksprache mit den MIeter*innen und Hauseigentümer*innen
  • Durchgang für die Kinder der Quartiere damit schaffen, Sandkasten für alle nutzbar, Inder von anderer Strassenseite kommen dazu, entweder alleine oder mit Elternteilen
  • regelmäßige Zusammenkommen der Nachbarschaft im Hinterhof vor allem in Sommertagen zum gemeinsamen Kaffeenachmittag und Abendessen, Zusammensitzen an lauen Abenden
  • gemeinsame Feiern (Publing Viewing), Frühjahrsbeginn und Herbstfest mit Grillen, alle bringen was mit
  • Kinderfeste mit Übernachtung im Zelt
  • Schlüssel bei Nachbarn für Blumen gießen, Tiere füttern in Abwesenheit
  • Kinderbetreuung

Dieses Jahr erstes Nachbarschafts-Mitmach-Straßenfest im Abschnitt Kunidamm bis Gönnerstrasse am 17.09. von 14.00 h – 22.00 h

Geschichte Nr. 12 – „Nachbarschaft“
Was tun wir uns hier in der Hemmerlein sonst noch so an

  • Krisenhilfe (z.B. Neumieterin flüchtet in Nachbarwohnung bis rabiater Exehemann von Polizei abgeholt wird)
  • Einkaufshilfen per Auto oder/und Rad bei Gebrechlichkeiten aller Art (Brüche, Bettlägerigkeit)
  • Gemeinsames Gartengestalten und- pflegen
  • Besuchsdienst bei bekannten Neumieter*innen, Umzugshilfe bei Aus- und Einzug
  • Behördenerledigungen, Briefeschreiben und sonstigen administrative Hilfen
  • gemeinsames Ausgehen organisieren (Kunst und Kultur Unternehmungen)

Geschichte Nr. 13 – „ELSA-BRÄNDSTRÖM glüht…“
Begonnen hat es 2012, als wir ins Toskanatal zogen. Im sogenannten Gaustadter Loch waren 5 Toskanahäuser gebaut und somit die Sackgasse erweitert worden.
Zum Einstand luden die Neuen, die Alten ein – zu Elsa Brändström glüht. Und es kam die ganze Straße, viele zum ersten Mal „im LOCH“.
Weil es so schön war machen wir es jetzt immer, die ganze Straße wird am 2. Adventswochenende zur Gemeinschaftsfeier, Feuerkörbe an denen wir gemeinsam Weihnachtslieder singen, Kinder die sich mit Jung und Alt über Punsch und Plätzchen freuen, die Babys des Jahres werden bewundert, die Altherrenriege kommt mit ihrem Gasgrill, Elsa-Brändström glüht ist das Generationen- und Nachbarschaftshighlight Gaustadts!!!! Dieses Jahr werden wir ein Spanferkel grillen…

Geschichte Nr. 14 – „Die Stadt der Liebe“
Dieser heiße Sommertag liegt jetzt schon einige Jahre zurück. Ich werde mich aber wohl mein ganzes Leben an diese ungewöhnliche Situation erinnern. Wir waren diesen Sommer zwei Wochen mit einem Kleinbus zu siebt unterwegs quer durch Frankreich, entlang an der Atlantikküste mit dem Endziel Paris. Es war brütend heiß an diesem Augusttag. Nach einer sehr langen Autofahrt erreichten wir den Stadtkern von Paris. Da wir jedoch sieben unorganisierte Jungs waren und keiner von uns sich vorher die Mühe gemacht hatte ein geeignetes Hotel rauszusuchen, irrten wir mit unserem Bus umher. Die Stimmung an Board wurde weder durch diesen Umstand, noch durch die fehlende Klimaanlage besser. Wir entschlossen uns ein direkt am Pariser Ring gelegenes Hotel anzusteuern. Dies aber auch nur weil es das einzige Hotel war, das wir bis zu diesem Zeitpunkt entdeckt hatten. Wir hielten direkt neben dem Hotel im eingeschränkten Halteverbot, da wir auf Anhieb keinen freien Parkplatz fanden. Verschwitzt und streng riechend stiegen einige von uns aus. Die erste Gruppe ging in Richtung Hotel, um nachzufragen, ob noch Platz für uns sei. Wir warteten hingegen am Auto. Dort fiel uns ein älterer Mann direkt neben uns auf, der in der Ladefläche eines Kleintransporters rumhantierte. Es war unschwer zu erkennen, dass er etwas heben wollte und dies alleine nicht bewältigte. Ein Freund und ich gingen hin und sprachen ihn an. Wir sprachen leider kein Französisch und er kein Englisch wie sich schnell herausstellte, aber dass er unsere Hilfe dankend annehmen würde, das verstanden wir. So halfen wir ihm dieses Möbelstück aus dem Transporter zu hieven. In diesem Moment kam seine Tochter hinzu, die ein wenig Englisch sprach. Es stellte sich heraus, dass sie in eine Wohnung im vierten Stock einzog und nur sie und ihr Vater den Umzug machten. Mein Freund und ich schauten uns bloß an und uns war beiden klar, dass wir ihnen helfen wollten. Wir teilten dies den beiden mit und schon da war eine große Verwunderung und Dankbarkeit über unsere spontane Hilfe zu erkennen. Was wir nicht wussten, dass es ein Pariser Altbau mit dem wohl engsten Treppenhaus der Stadt war und zu allem Übel auch noch Bauarbeiten im Haus stattfanden. Nichtsdestotrotz hielten wir bis zum Ende durch und schämten uns sogar etwas dafür, dass wir so nach Schweiß von der Fahrt rochen. Daher fiel unsere Verabschiedung auch entsprechend kurz aus und wir beeilten uns unter die Dusche zu kommen. Am Abend als wir nach einer kurzen Stadtbesichtigung wieder in unser Hotel kamen, bat uns der Rezeptionist zu sich. Er überreichte uns eine Tüte mit einer kleinen Dankeskarte, einer Flasche Sekt und einer Packung Pralinen. Nun waren wir überrascht von der Dankbarkeit, die uns entgegengebracht wurde. Es zeigt wie wertschätzend sie über unsere Hilfe gedacht haben und dass man den Nachbarn, dem man spontan beim Umzug hilft, nicht unbedingt im eigenen Haus findet, sondern manchmal auch in einem anderen Land..

Geschichte Nr. 15 – „Zusammengewachsen“
Hausgemeinschaft Hüttenfeldstraße / Am Hochgericht Bamberg: Beispiel für die Entwicklung einer Gemeinschaftskultur durch natürliches Zusammenwachsen der Hausgemeinschaft Hüttenfeldstraße/Hochgericht im generalsanierten Stadtbau-Wohnblock.

Der Stadtbauwohnblock an der Hüttenfeldstraße bzw. Am Hochgericht umschließt einen großen, gemeinschaftlich genutzten Hof mit großen freien Rasenflächen, Bäumen und Strauchbepflanzung.
Dieses Areal bietet für die Kinder der Hausbewohner einen idealen Treffpunkt für gemeinsames Spielen der Kinder, zum Beispiel im Sandkasten für die kleineren, oder aber als riesige Spielwiese für die größeren Kinder. Auf einem der abschüssigen Gehwege finden zur Begrüßung des Frühlings Bobby-Car-Rennen der Kinder statt.
In Eigeninitiative wurde eine gebrauchte Kinderschaukel im Hof installiert. Im Sommer werden weitere Spielutensilien wie z.B. Wasserrutschbahn etc. aus den Kellern geholt und der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt. In der schönen Jahreszeit finden sich mehrere Tisch- und Sitzgruppen, um sich z.B. zum Kaffeetrinken, zum Grillen, zu Geburtstagsfeiern oder anderen Festen im Garten zu versammeln. Als besondere Gemeinschaftsprojekte gab es bisher ein wiederkehrendes Nikolaus-Gartenfest mit Glühwein, Grillen und Nikolausauftritt für die Kinder. Weiterhin wurden Kinoaktionen in einem der geräumigen Dachböden veranstaltet.
Neben dem allseits bekannten gegenseitigen Aushelfen, z.B. bei einer fehlenden Tüte Milch, Eiern etc. helfen sich die Mitbewohner gegenseitig zum Beispiel mit Babysitting aus, dafür wird ein anderes Mal im Gegenzug die Katze am Wochenende versorgt.
Auch generationenübergreifende Nachbarschaftshilfe gehört dazu, wenn z.B. der 80-jährigen Hausbewohnerin Getränkekästen mitgebracht werden und sie dafür gerne Pakete entgegen nimmt.
Es gab auch schon einen kleinen Auftritt der Band eines der Hausbewohner bei einem Sommerfest.
Ingesamt gibt es eine echte, natürlich und zwanglos gewachsene Gemeinschaftskultur, die auch durch neue Hausbewohner und neue Geburten neue Ideen und Impulse bekommt und immer in Bewegung bleibt.

Geschichte Nr. 16 – „Die Hausgemeinschaft am Wasser“
Wir in der Fischerei in Klein-Venedig sind die vorgelebte Hausgemeinschaft in Bamberg, die seinesgleichen sucht. Spätestens seit dem Tod unseres Vermieters und dem plötzlichen Ableben meiner langjährigen Lebensgefährtin ist unsere Hausgemeinschaft eine, die man wirklich nur so beschreiben kann: Hausgemeinschaft. Wir wohnen zu viert in einem der berühmten Fischerhäuschen in Klein-Venedig. Wir, das ist unsere Vermieterin, die im Erdgeschoss lebt. Im ersten Stock ein „ „junges Pärchen“ und im zweiten Stock ich.

Ich besitze einen kleinen Hyundai I10, für den .. den Zweitschlüssel hat, um mit unser Vermieterin zwei-dreimal die Woche einkaufen fahren zu können, Car-Sharing vom allerfeinsten. Fast jeden Sonntag fährt das komplette Haus zusammen nach Strullendorf zum gemeinsamen Mittagessen, unter der Woche bekocht .. mich.

Wir wohnen zwar in Klein-Venedig, das aber nur im Winter – denn im Sommer leben wir Klein-Venedig. Nach Feierabend treffen sich alle „am Wasser“ zum gemeinsamen Kaffeekränzchen und Feierabendbier. Holzlieferung für unsere Vermieterin wird früh um fünf gemeinsam in den Keller geschafft, anschließend gemeinsames Frühstück mit Lachs, Wurst und Käse um halb sieben, wenn halb Bamberg noch schläft – natürlich am Wasser.

Geburtstage, Weihnachten oder Ostern, man sitzt irgendwie immer zusammen. Ich persönlich habe so eine Hausgemeinschaft noch nie erlebt, auch in meinem weiteren Bekanntenkreis wird unsere Freundschaft sehr geschätzt. Ich lade sie sehr gerne ein, mal ein gemeinsames Workout am Strand von Klein-Venedig mit unseren fantastischen Hausgemeinschaft/Nachbarschaft zu erleben.

Geschichten finden sich immer, erlebt wird auch immer. Fischerei – eine gelebte vorbildliche Nachbarschaft – garantiert.